Tschürtz und sein peinliches Verhältnis zu den Volksgruppen

Wir erinnern uns: Am Parteitag der Burgenländischen FPÖ im April 2016 wurde der Antrag „Deutsch als Pausensprache an allen burgenländischen Schulen“ einhellig angenommen. Im Antragstext wurde ganz vergessen, dass es im Burgenland autochtone Volksgruppen gibt, die das Recht haben, ihre Sprache zu sprechen und deren Sprache in zweisprachigen Gemeinden teilweise Unterrichtssprache ist. Darauf angesprochen, musste denn doch ein Stück zurückgerudert werden.  Klubobmann Geza Molnar gibt die Auskunft, die burgenländischen Volksgruppensprachen seien ausgenommen. Kinder etwa mit burgenlandkroatischer Muttersprache könnten sich demnach nach Vorstellung der FPÖ in den Pausen „natürlich“ auch nicht-deutsch unterhalten. Dieser Nachsatz dürfte bei Parteichef und LH-Stv. Johann Tschürtz nicht angekommen sein. Oder er hat einfach ein anderes Verständnis von den burgenländischen Volksgruppen.

In der Landtagssitzung vom 19. Mai 2016 wird auf diese FPÖ-Forderung repliziert. Der Landeshauptmann-Stellverteter sucht nach einem Argument, warum die vehemente Abwehr des blauen Vorstoßes seitens Grünen und der ÖVP übertrieben sei und meint: „Die Kroaten sprechen am Sportplatz auch gerne deutsch.“ Diese Aussage zeigt ein eher peinliches Verhältnis von Johann Tschürtz zu den burgenländischen Volksgruppen. Peinlich, weil offensichtlich sowohl Wissen als auch Gespür fehlen. Auf der Oppositionsbank durfte er sich so etwas vielleicht erlauben, auf der Regierungbank darf er sich das nicht leisten .

Und LH Niessl? Er will das nicht wirklich kommentieren. Wegen so etwas setzt man doch den Eitel-Wonne-Waschtrog-Kurs in der rot-blauen Landesregierung nicht aufs Spiel.