FPÖ will Deutschzwang am Pausenhof

Es ist mal wieder so weit. Der blaue Regierungspartner wünscht sich mehr Aufmerksamkeit und liefert dafür einen Vorstoß, mit dem er diese auch bekommt: Deutschzwang in der Schulpause. Nach einiger Zeit fällt ihr ein, dass das in einem Bundesland, in dem außer Deutsch auch noch Kroatisch, Ungarisch und Romanes von Einheimischen als Mutterspache gesprochen wird, doch nicht so korrekt sein kann. Diese Sprachen will sie denn doch erlauben. Die Argumentation, dass Kinder deutscher Muttersprache das Recht hätten zu verstehen, was andere über sie sprechen, zeigt sich in seiner Absurdität noch einmal mehr.

Der Landeshauptmann kommentiert das nicht. Wir schon. Denn einen Deutschzwang in der Schulpause einzuführen, ist einfach nur dumm. Abgesehen davon, dass man bereits aufgrund der Bemühungen der schwarz-blauen Landesregierung in Oberösterreich weiß, dass dies rechtlich gar nicht zulässig ist, ist das Ansinnen allein schon unsinnig und unvernünftig. Kinder zu zwingen, sich in der Pause ausschließlich auf Deutsch zu unterhalten, widerspricht sprachdidaktischen und pädagogischen Erkenntnissen. Zudem ist es schlicht rechtswidrig und verstößt sowohl gegen Artikel 8 der Menschenrechtskonvention als auch gegen Artikel 1 der Bundesverfassung über die Rechte des Kindes. Damit ist kein einziges Integrationsproblem gelöst, durch die Abwertung, die die Muttersprachen der Kinder dadurch erfährt, werden nur neue Probleme geschaffen. Wichtig ist es, dass Kinder und Jugendliche in der Schule eine Haltung des Miteinanders und nicht des Gegeneinanders lernen. Die FPÖ ist pädagogisch sehr schlecht unterwegs, wenn sie meint, durch ihre Zwangsfantasien die Kooperation am Pausenhof zu erhöhen. Das Verbot einer Sprache bewirkt das genaue Gegenteil von Integration. Was es braucht, ist eine echte Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer, keine Hetze, die bis in die Schule hineinwirkt.

Dass diese Frage im Burgenland historisch noch einen besonderen Hintergrund hat, erläutert Anita Malli in einem Standardkommentar.

http://derstandard.at/2000034398843/Warum-das-Muttersprachenverbot-am-Schulhof-ein-Irrweg-ist

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