RotBlau in Oberwart?

Die Wahrheit über Dornröschen und ihren Schlaf

Maria Racz (Grüne Gemeinderätin Oberwart) zur Ansage einer medial proklamierten rot-blauen Arbeitskoalition

Mit Verwunderung hat die Grüne-Gemeinderätin Maria Racz – über die Medien, nicht über persönliche Kontakte oder ein persönliches Gespräch – erfahren, dass SPÖ und FPÖ die Bildung einer sogenannten „Arbeitskoalition“ angekündigt haben. Insbesondere beklagen sie, dass Oberwart jetzt endlich aus dem „Dornröschenschlaf“ erwachen müsse. „Wenn Oberwart bislang im Dornröschenschlaf war – was ich persönlich nicht so sehe, und die realisierten Projekte sprechen eine eigene Sprache –, so sind auch SPÖ und FPÖ erst jetzt daraus erwacht. In den letzten Jahren wurde die Mehrzahl der Gemeinderatsbeschlüsse einstimmig getroffen – also haben entweder alle geschlafen oder niemand.“

Die Tatsache, dass SPÖ und FPÖ eine Mehrheit proklamieren, die in Wirklichkeit nicht gesichert ist (da verlassen sie sich auf die Stimmen jener beiden Abgeordneten, die diesen Stil bereits einmal durch ihren Austritt aus der Partei deutlich abgewählt haben), lässt Maria Racz kalt. „Wir werden sehen, wie die nächsten Abstimmungen ausgehen. Ich für meinen Teil werde meine Stimme weiterhin nach Inhalten vergeben und nicht nach parteipolitischem Balzverhalten,“ meint Racz. „Aber generell bereitet es mir Sorge, dass es immer mehr scheint, dass zugunsten machtpolitischer Interessen auf Inhalte verzichtet wird. Die Bevölkerung wählt uns, um Inhalte zu bearbeiten – gemeinsam, und nicht gegeneinander. Die Leute haben längst genug von strategischem Hickhack, sie wollen Leistungen sehen. Wir arbeiten nicht GEGEN etwas, sondern FÜR etwas, nämlich für Oberwart. Ich finde es schade, dass das offenbar nicht alle so sehen.“

Maria Racz sieht durchaus ein Engagement des Bürgermeisters, der für gute Ideen immer offen war, wenn sie jemand eingebracht hat. „Ich bin durchaus nicht immer einer Meinung mit ihm, aber man kann ihm nicht unterstellen, dass er jemand ist, der Fortschritte blockiert.“ Diesen Stil der Zusammenarbeit möchte sie weiter pflegen. „SPÖ und FPÖ hatten jetzt fast vier Jahre lang die Möglichkeit, sich einzubringen. Wenn ihrer Meinung nach zu wenig passiert ist, sollten sie sich also einfach mehr einbringen, anstatt medial auf den Putz zu hauen. Das bringt nämlich gar nichts, außer dass es die bisherige Zusammenarbeit gefährdet, was ich schon als gewisse Respektlosigkeit zugunsten einer offenkundigen landesweiten Strategie sehe.“

Das Grundproblem ortet Maria Racz an anderer Stelle: „Die Leistung von Politikerinnen und Politikern darf nicht darin bestehen, andere schlecht zu machen. Sie sollte darin bestehen, selbst etwas beizutragen. Das ist auch eine Frage des persönlichen Stils. Schließlich geht es hier um die Arbeit für die Oberwarterinnen und Oberwarter und nicht um verwunderliche ideologische Verschmelzungen zugunsten parteipolitischer Mehrheiten“.

Ihr eigener Weg ist für Maria Racz klar: „Ich werde weiterhin auf der Seite der Inhalte stehen. Für Wahlkampf-Polemik bin ich nicht zu haben. Wer sinnvolle Inhalte präsentiert, die der Oberwarter Bevölkerung zugutekommen, kann mit meiner Unterstützung rechnen.“

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4 Gedanken zu „RotBlau in Oberwart?“

  1. Und das sagt eine Gemeinderätin die sich kaum jemals zu Wort meldet? Die die meiste Zeit mit ihrem Handy in Facebook postet anstatt sich auf die Gemeinderats Sitzung zu konzentrieren? Die freiheitlichen Gemeinderäten Handschlag und Gruß verweigert weil diese „menschen verachtende Asylpolitik“ betreiben? Ich verwehre mich gegen die Lüge einer Rot/blauen Koalitionspolitik in Oberwart! Allerdings muss ich feststellen dass ich von dieser Aussage und auch der des Stadtrates Hadek immer mehr dazu animiert werde! Die Gemeinderätinnen die aus der Partei ausgetreten sind sollten auch zurück treten! Sie wurden nur gewählt weil sie auf der Liste der Partei standen! Alleine währen sie niemals gewählt worden! Vor allem sollten sie aber die Gemeinderatssitzungen auch besuchen!

    1. Herr Werner Kopf,
      Ihr Kommentar wirft eine Reihe von Fragen auf, die ich Ihnen auf diesem Wege stelle.
      1.) „Ich verwehre mich gegen die Lüge einer Rot/blauen Koalitionspolitik in Oberwart“.
      Was bedeutet dieser Satz? Konkret: Gibt es diese in den Medien veröffentlichte Zusammenarbeit nicht? Oder wissen Sie nichts davon?
      2.) Allerdings muss ich feststellen dass ich von dieser Aussage und auch der des Stadtrates Hadek immer mehr dazu animiert werde!
      Also als Grundschullehrer werden Sie mir die kleine Korrektur nachsehen. Zwischen „feststellen“ und „dass“ gehört jedenfalls ein Komma (=Beistrich) gesetzt.
      Was bedeutet „diese“ im Zusammenhang mit Aussage? Ist es die „Lüge“, die „Rot/blaue Koalitionspolitik“ oder hatten Sie etwas anderes im Sinn?
      3.) Die Gemeinderätinnen die aus der Partei ausgetreten sind sollten auch zurück treten! Sie wurden nur gewählt weil sie auf der Liste der Partei standen! Alleine währen sie niemals gewählt worden!
      Ihnen ist aber schon noch klar, dass auch Ihre Wahl über eine Liste erfolgte?
      Ihnen ist aber hoffentlich auch klar, dass Abgeordnete grundsätzlich ein freies Mandat ausüben?
      Was bitte bedeutet „alleine gewählt“?
      Sehr gespannt auf Ihre Antworten wartend
      Andreas Racz

  2. Sehr geehrter Herr FPÖ-Gemeinderat Knopf!

    Wie Sie wissen sollten, korreliert die Anzahl der Wortmeldungen nicht notwendigerweise mit der Qualität des vertretenen Inhalts. „Qualität vor Quantität“ ist eine leider allzu oft in Vergessenheit geratene Devise, die jedoch durchaus Sinn macht, insbesondere wenn man statt verbaler Schaumschlägerei auf die Umsetzung von inhaltlichen Projekten abzielt.

    Von wem Sie sprechen, wenn Sie meinen Abgeordnete würden „Facebook posten“ anstatt der Sitzung zu folgen, ist mir schleierhaft. Aber als Hinweis am Rande: Smartphones stellen auch eine Möglichkeit dar, in Suchmaschinen etwas nachzuschlagen oder Unterlagen als pdf nachzulesen.

    Dass Sie sich „gegen die Lüge einer Rot/blauen Koalitionspolitik“ in Oberwart verwehren, sollten Sie mit Ihrer Parteivorsitzenden klären. Immerhin haben SPÖ und FPÖ gemeinsam eine Pressekonferenz gegeben, in der sie diese „rot-blaue Arbeitskoalition“ proklamiert haben. Wenn Sie dies nicht über Ihre parteiinternen Kanäle erfahren haben, so hatten Sie ja bestimmt die Möglichkeit, diese Information über den ORF oder andere Medien zu erhalten – so wie alle anderen Oberwarterinnen und Oberwarter auch, insbesondere die anderen politischen Vertreterinnen und Vertreter im Gemeinderat.
    Jedenfalls ist es schon verwunderlich, dass Ihre Parteivorsitzende öffentlich eine gemeinsame Mehrheit bekannt gibt, ohne vorher abgeklärt zu haben, ob dies auch tatsächlich der Wahrheit entspricht.

    Mit besten Grüßen,
    Maria Racz

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